Pressemitteilung

Brustimplantate - Der richtige Arzt und das richtige Implantat

Focus, 30.11.2017

Bei einer Brustvergrößerung können Patientinnen zwischen verschiedenen Brustimplantaten wählen. Besonders beliebt ist Silikon. Aber auch andere Implantate sind möglich. Auf was bei der Wahl des Brustimplantats geachtet werden sollte.

Ein großer Busen gilt seit jeher als weibliches Symbol für Fruchtbarkeit und Sexualität. Laut einer Statistik von "American Society of Plastic Surgeons" zählte die Brustvergrößerung auch 2016 noch zu den am häufigsten durchgeführten Schönheitsoperationen. In Deutschland wurde die Anzahl der Brustvergrößerungen auf 20.000 jährlich geschätzt.

Daher ist es kaum verwunderlich, dass viele Anfragen in meiner Praxis Brustvergrößerungen betreffen. Die Nachfrage ist über die Jahrzehnte unverändert. Was allerdings neu ist: Die Vielfalt an verschiedenen Implantaten und Herstellern. Aber wodurch unterscheiden sich die verschiedenen Varianten?

Unterschiedliche Motive für eine Brustvergrößerung

In meine Sprechstunde kommen nicht nur Damen, die sich Brüste à la Daniela Katzenberger modellieren lassen möchten. Der Großteil hat eine Schwangerschaft oder erheblichen Gewichtsverlust hinter sich. Aber auch Frauen, die aufgrund einer Krebserkrankung eine oder beide Brüste verloren haben, sind darunter.

Die Wahl des richtigen Arztes für die Brustvergrößerung

Ganz gleich, aus welchem Grund sich Frauen für eine Vergrößerung entscheiden, steht zunächst eine wichtige Entscheidung an: Welcher Arzt soll den Eingriff durchführen? Die Berufsbezeichnung „Schönheitschirurg“ ist in Deutschland nicht geschützt, weshalb man zwei Mal hinsehen sollte.

Orientierung gibt unter anderem die Zugehörigkeiten des Arztes zu Fachgesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen. Diese nimmt ausschließlich Mediziner auf, die ihren „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ oder „Facharzt für Plastische Chirurgie“ absolviert haben. Zudem gibt es auf der Website der Fachgesellschaft eine Checkliste, die hilft den optimalen Operateur zu finden.

Die Wahl des richtigen Brustimplantats

Nachdem ein vertrauenswürdiger Mediziner gefunden ist, kommt erneut die Qual der Wahl: Welche Brustimplantate sollen es sein? Spätestens nach dem PIP-Skandal sind nicht nur Form und Größe ein wichtiges Kriterium, sondern vielmehr das Füllmaterial. Als Medizinprodukt unterliegen Brustimplantate dem Medizinproduktgesetzt und müssen hinsichtlich ihrer Qualität und Sicherheit strenge Standards erfüllen. Die Implantathülle besteht immer aus – bis zu acht Lagen – Silikon und ist angeraut, um das Drehen und somit das Risiko einer Kapselfibrose zu vermeiden. In punkto Füllmaterial gibt es hingegen eine Auswahl.

Das Allroundtalent Silikon

In Europa werden zu 80 Prozent Silikonimplantate für die Brustvergrößerung verwendet – in der Regel mit einer Silikonfüllung der 4. Generation. Das Silikon im Inneren des Implantats ist in verschiedenen Kohäsivstufen erhältlich, wodurch über die Festigkeit des Implantats individuell entschieden werden kann. Da das verwendete Silikon eine geleeartige Konsistenz aufweist, können die Implantate nicht auslaufen – auch dann nicht, wenn sie, beispielsweise durch einen starken Aufprall, beschädigt werden. Warum hört man dennoch immer wieder von ausgelaufenen Implantaten? Dies liegt daran, dass einige Mediziner – größtenteils im Ausland – kostengünstigere Implantate mit flüssigem Silikon verwenden.

Egal wo man hinsieht: Digitalisierung ist ein Thema – auch in der Medizinbranche. So werden mittlerweile auch technisch innovative Implantate entwickelt. Beispielweise will ein Hersteller aus den USA durch seine patentierte Barrieretechnologie erhöhte Sicherheit bieten: Eine blau gefärbte Zwischen-Sperrschicht soll dem Mediziner die Dichtigkeit eines Implantats mit bloßem Auge anzeigen. Zudem können Daten, wie Artikel- und Seriennummer und der Zeitpunkt der Implantation bei Bedarf über einen integrierten RFID-Chip ausgelesen werden.

Kochsalz als Alternative zu Silikon

Beide Füllungen haben Vor- und Nachteile. Ein Pluspunkt für Kochsalzimplantate ist, dass für das Einsetzen lediglich ein kleiner Einschnitt notwendig ist. Denn: die sterile Kochsalzlösung wird erst während des operativen Eingriffs in das Implantat befüllt. Da die Konsistenz von Kochsalzlösung aber kaum dem natürlichen Brustgewebe gleicht, wirkt das Ergebnis eher unnatürlich.

Aus diesem Grund ist vermutlich die Nachfrage in Europa recht gering, denn nur jedes zehnte Implantat wird mit einer Kochsalzlösung gefüllt. Im Gegensatz dazu ist das Material in den USA extrem gefragt. Anders als bei Implantaten mit kohäsivem Silikongel, können Kochsalzimplantate bei Beschädigung auslaufen – das Kochsalz wird dann allerdings ohne Gesundheitsrisiken auf natürlichem Weg ausgeschieden. Da die Brust dabei ihre gewünschte Form verliert, ist eine erneute Operation notwendig.

Vorsicht bei Soja- oder Hydrogelfüllungen

Im Laufe der Jahre kamen immer wieder andere Füllmaterialien auf den Markt, von denen sich aber keines bewährt hat. Sowohl bei Implantaten mit Soja- als auch mit Hydrogelfüllungen wurden gesundheitliche Risiken vermutet. Daher rate ich meinen Patientinnen immer zu der Verwendung von langjährig erprobten Materialien.  

 

 

 

Behandlungsspektrum Dr. Karl Schuhmann

© Copyright 2017 Dr. Karl Schuhmann | Plastische Chirurgie | Ästhetische Chirurgie | Handchirurgie | Rekonstruktive Chirurgie – Hattingen • Bochum • Essen • Düsseldorf