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Facelift-Beratung per Video: Grenzen der Online-Diagnose

Warum eine digitale Beratung mehr Fragen hinterlässt als Antworten

 

Kurzfassung für Schnellleser:
Videosprechstunden sind bequem und anonym. Aber: Wenn es um ästhetische Behandlungen, um Fragen zu Facelifts oder Unterspritzungen geht, können sie ein falsches Bild vermitteln. Licht, Kamerawinkel und Bild- und Bildschirmqualität “verzerren” die Aspekte, die Ihren Hautzustand ausmachen. Das seriöse Beurteilen von Hautalterung und Hautstruktur mit allen sich gegenseitig beeinflussenden Faktoren ist nur im persönlichen Gespräch möglich. Wir führen bei artethic® digitale Beratungen nur in absoluten Ausnahmefällen und nur für eine erste, unverbindliche Orientierung durch. 

 

Die digitale Beratung ist praktisch und bequem

Immer mehr Praxen bieten Videosprechstunden an. Auch in der ästhetischen Medizin. Das kann in bestimmten Bereichen, gerade wenn es um intime Fragestellungen geht, durchaus Sinn machen. Verbindliche und seriöse Aussagen zu geeigneten Methoden und zum individuellen Hautzustand sind nicht möglich.

Für eine Facelift-Beratung eignet sich die Videosprechstunde nicht. Auch wenn eine solche Möglichkeit zunächst attraktiv klingt: kein Weg in die Praxis, kurzfristige Termine zu patientenfreundlichen Zeiten, ein schneller erster Eindruck und oft schon eine konkrete Empfehlung. In der Praxis stellt sich diese “konkrete Empfehlung” dann regelmäßig anders dar.

So kommen immer wieder Patientinnen und Patienten zu uns, die bereits eine digitale Beratung mit einer anderen Praxis hatten. Dort wurde ihnen eine bestimmte Behandlung empfohlen. In der persönlichen Untersuchung sehen wir dann eine vollkommen andere Situation.

Der Grund hierfür liegt äußerst selten in mangelnder Kompetenz. Der Grund liegt fast immer im Medium selbst.

 

Das Problem beginnt beim Blickwinkel

Eine Kamera zeigt eine Momentaufnahme des Gesichtes aus einer bestimmten Perspektive. Meist frontal, häufig leicht von oben oder unten. Genau solche Perspektiven können den Blick auf die Hautalterung und den Hautzustand stark verändern.

Ein paar Beispiele: Ein leicht angehobener Kamerawinkel lässt erschlaffte Bereiche glatter erscheinen. Ein anderes Licht, auch tageszeitabhängig, kann Schatten im Mittelgesicht verstärken oder verschwinden lassen. Auch die Auflösung der Kamera spielt eine Rolle. Feinste Hautstrukturen sind per Video praktisch nicht erkennbar. Für eine seriöse und verlässliche Facelift-Beratung reicht. das also nicht aus.

 

Wir sehen Haut nicht nur, wir müssen diese auch fühlen

Ein entscheidender Punkt fehlt in der Videosprechstunde vollständig: die Haptik.

Bei einer persönlichen Untersuchung bewerten wir unter anderem:

  • wie elastisch die Haut ist
  • wie viel Spannkraft vorhanden ist
  • wie dünn oder fest das Gewebe wirkt
  • wie gleichmäßig die Hautstruktur ist
  • wie sich das Gewebe bei Bewegung verhält

Informationen wie diese lassen sich über eine Kamera nicht erfassen. Aber sie sind ausschlaggebend, wenn es um eine Entscheidung für oder gegen eine Faceliftmethode geht. Und auch hier gibt es Unterschiede. Die Voraussetzungen für ein One-Stich-Facelift sind andere als die für ein Full-Facelift. Ähnliches gilt für die verschiedenen Unterspritzungs-Methoden.

 

Hautalterung digital beurteilen? Nicht möglich.

Bei der Wahl der passenden Behandlungsmethode kommt es nicht nur auf die sichtbaren Falten an. Wir sehen uns zum Beispiel an, wie stark sich das Gewebe abgesenkt, wie sich die Hautqualität in unserer Praxis darstellt (auch in den verschiedenen Hautschichten) und wie stabil die darunterliegenden Strukturen sind.

Um diese Faktoren sicher einschätzen zu können, braucht es das direkte Gespräch, bei unterschiedlichen Blickwinkeln, bei Bewegungen im Gesicht und einer fachärztlichen Untersuchung der Haut

 

Warum Videoberatungen oft zu widersprüchlichen Aussagen führen

Ein weiteres Problem zeigt sich im Verlauf.

Patientinnen und Patienten erhalten per Video eine erste Einschätzung. Oft wird bereits eine Behandlungsmethode besprochen. Diese ersten Aussagen bleiben im Gedächtnis. Kommt es dann innerhalb der persönlichen Untersuchung zu einer abweichenden Einschätzung, sorgt das immer für Irritationen und Verunsicherungen:
 „In der Videosprechstunde wurde mir doch etwas anderes gesagt.“

Aus diesem Grund verzichten wir bei artethic® in der Regel auf solche Beratungen. Verlässliche Aussagen vermitteln Vertrauen und ein gutes Gefühl vor, während und nach der Behandlung.

 

Das gilt nicht nur für Facelifts

Die gleiche Problematik trifft auch auf minimalinvasive Behandlungen zu.

Ob Hyaluron, Biostimulatoren oder andere Injektionsverfahren geeigneter sind, hängt stark von der tatsächlichen Hautqualität und der Gewebestruktur ab. Ebenso von den Wünschen an das Behandlungsergebnis. Auch hier kann eine Kamera wichtige Details verschleiern oder verfälschen.

Wann eine Videosprechstunde trotzdem sinnvoll sein kann

Es gibt sicher Situationen, in denen eine Beratung per Video sinnvoll sein kann. Zum Beispiel im Rahmen sehr intimer Eingriffe, um erste Hemmungen abzubauen, Vertrauen zu unseren Ärzten aufzubauen und für eine allererste Orientierung. Auch für Personen, die erst aus dem Ausland anreisen müssen. Möglich ist in all diesen Fällen nur eine vorläufige Einschätzung. 

Konkret werden wir dann während Ihres Besuches in unserer Praxis in Düsseldorf (oder je nach Behandlungsschwerpunkt an unserem Standort in Berlin).