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Etwas mehr gefällig? - Moderne Verfahren der Brustvergrößerung

Bei vielen Frauen beeinflussen die Form und Größe ihrer Brust das eigene Körper- und somit auch das Selbstwertgefühl erheblich. Wer seine Brust als zu klein oder unattraktiv empfindet, kann heutzutage einfach nachhelfen.

Kosmetik International, 09/2011

Der Wunsch, eine Brust zu verändern bzw. wiederaufzubauen, ist nicht neu. Er kann geschichtlich bis in das 19. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Im Jahr 1895 versuchte der Chirurg Vincenz Czerny erstmalig, eine Brust wiederaufzubauen und zu vergrößern: Er verpflanzte ein Lipom – eine gutartige Fettgeschwulst der Patientin – in die Brust. Diese Idee, eigenes Fettgewebe zur Brustvergrößerung zu verwenden, war vom Ansatz her gut. Aber sie fand dennoch fast ein Jahrhundert lang keine Beachtung. Es wurde vielmehr versucht, andere Füllstoffe zur Brustvergrößerung zu benutzen. Leider führte der Einsatz dieser Stoffe, z. B. von Silikonöl, Bienenwachs, Paraffin oder Glaskugeln, zu schweren Komplikationen in Form von Entzündungen.

Silikon hilft da schon

Der entscheidende Durchbruch gelang mit der Entwicklung der Silikonimplantate in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Die ersten Generationen dieser Brustimplantate waren noch unausgereift und führten gehäuft zu Komplikationen wie Kapselfibrose, einer Implantatruptur (Reißen) und dem Auslaufen des Füllmaterials. Seit dieser Zeit wurden die Silikonimplantate ständig verbessert und weiterentwickelt. Rückschläge folgten, als die USA und Kanada Silikonimplantate 1982 wegen möglicher Gesundheitsrisiken für die ästhetische Brustvergrößerung verboten. Dieses Verbot wurde 2006 in den USA wieder aufgehoben; die Implantate wurden wieder zugelassen. In Europa wurden Silikonimplantate nie verboten. Doch seit 2001 dürfen lediglich solche Implantate verwendet werden, die auch ein Qualitätsgütesiegel besitzen.

Bei anderen Brustimplantaten gab es ebenfalls zahlreiche Weiterentwicklungen. Mittlerweile werden verschiedenste Varianten angeboten, die sich in Größe, Form, Füllung sowie Hülle unterscheiden. Teilweise sind mehr als 200 verschiedene Implantate zu haben.

Durch die Fortschritte in der Medizin kommen immer mehr neue alternative Verfahren der Brustvergrößerung zur Anwendung. Allerdings werden dabei nicht selten vergessene Verfahren wiederentdeckt. Das gilt z. B. besonders für die Eigenfetttransplantation. Seit Jahren werden Eigenfettunterspritzungen dafür eingesetzt, Volumen aufzufüllen, tiefe Falten im Gesicht zu behandeln, die Lippen zu vergrößern oder Gewebedefekte auszugleichen. Seit einiger Zeit setzt man nun auch bei der Brustrekonstruktion oder der Korrektur von asymmetrischen Brustfehlbildungen auf Eigenfett. Zudem wird es zunehmend zur Brustvergrößerung genutzt. Hierfür muss eigenes Fettgewebe schonend mittels einer Fettabsaugung entnommen werden. Das Eigenfett wird anschließend steril für den Eingriff aufbereitet und kann über kleinere Einstichkanäle replantiert werden.

Klarer Vorteil des Verfahrens ist, dass es sich beim Eigenfett um körpereigenes Gewebe handelt. Daher kann es nicht zu allergischen oder Fremdkörper-Reaktionen kommen. Nachteil des Verfahrens im Vergleich mit einem Implantat ist, dass die transplantierten Fettzellen fast nie vollständig anwachsen. Im Durchschnitt tut dies laut bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen nur etwa 50 bis 80 Prozent der transplantierten Menge. Aus diesem Grund müssen mehr Fettzellen eingebracht werden, damit die Verluste ausgeglichen werden.

Unsichere Planung

Da die Rate der nicht anwachsenden Zellen nicht vorhersehbar ist, ist es ziemlich schwierig, eine genaue Einschätzung des zu erzielenden Ergebnisses zu treffen. Die Erfahrung zeigt bisher, dass die Abbaurate des Fettes umso höher ist, je größer die transplantierte Menge des Fettgewebes ist. Aus diesem Grund wird das Verfahren hauptsächlich zur dezenten Brustvergrößerung eingesetzt. Hier werden lediglich kleine Fettvolumina benötigt. Alternativ lässt sich auch durch mehrere, in zeitlichem Abstand durchgeführte Transplantationen ein ausreichendes Volumen erzielen. Eine weitere Alternative ist die Brustvergrößerung mit Hyaluronsäure. Hierfür wurden die Hyaluronsäurepräparate weiterentwickelt, die bisher lediglich in der orthopädischen Behandlung oder in der Faltenbehandlung im Gesicht zur Anwendung kamen.

Für Brust und Körper

Auf Basis der patentierten NASHATechnologie wurde eine stabilisierte Hyaluronsäure nicht-tierischen Ursprungs hergestellt. Diese ähnelt der im menschlichen Körper vorhandenen Hyaluronsäure, besitzt eine festere Gelmatrix und ist deshalb allgemein gut verträglich. Das erste für die Brustvergrößerung entwickelte Produkt ist Macrolane. Dieses auf Hyaluronsäure basierende Gel ist auch dafür geeignet, Volumenverluste an den Oberschenkeln, den Waden oder am Gesäß auszugleichen und Körperkonturen zu formen.

Da sich die Gewebebeschaffenheit je nach Körperregion unterscheidet, gibt es verschiedene Darreichungsformen, die sich in der Konsistenz und in ihrer jeweiligen Hebewirkung im Gewebe unterscheiden. Mit derlei Hyaluronsäurepräparaten zu arbeiten, eignet sich gut, wenn eine geringe Brustvergrößerung durchgeführt werden soll.

Es handelt sich dabei um eine nicht invasive, operative Methode. Über eine 2 mm große Öffnung an der seitlichen Brust wird der Bereich zwischen Brustdrüse und Brustmuskel mit einem lokalen Betäubungsmittel infiltriert und dadurch betäubt. Anschließend kann die Hyaluronsäure über den gleichen Weg schmerzfrei unter die Brustdrüse injiziert werden.

Das Ergebnis ist sofort sichtbar und führt daher schnell zu einer hohen Zufriedenheit des Patienten. Im Gegensatz zur Brustvergrößerung mit einem Implantat hat die Therapie mit Hyaluronsäure den Vorteil, dass körpereigenes Material eingesetzt wird. Aus diesem Grund sind implantatbedingte Fremdkörperreaktionen nahezu ausgeschlossen.

Nachteilig wiederum ist, dass die Hyaluronsäure allmählich vom Körper abgebaut wird. Daher ist eine Auffrischung notwendig. Die Abbaurate liegt nach einem Jahr in der Regel zwischen 20 und 40 Prozent. Vorteil des Verfahrens gegenüber der Eigenfetttransplantation ist: Es kann nicht dazu kommen, dass Anteile der Hyaluronsäure direkt und sofort abgebaut werden. Daher ist die Brustvergrößerung mittels Hyaluronsäure als echte Alternative zum Einsatz von Implantaten anzusehen.

„Pump it up“

Auch mittels eines speziellen „Büstenhalters“, dem BRAVA-BH, kann man die Brust vergrößern. Diese Methode lässt sich insbesondere auch mit einer Eigenfetttransplantation kombinieren. Fazit ist, dass heutzutage zahlreiche Verfahren zur Brustvergrößerung zur Verfügung stehen. Welche Methode gewählt wird, hängt vom Einzelfall ab. Vor- und Nachteile aller Techniken müssen individuell gegeneinander abgewogen werden. (Anmerkung Dr. Schuhmann: Das Verfahren wird heute nicht mehr angewendet. Stand: 2021

Damit der Druck nachlässt - Anwendung des BRAVA-BHs

Ein alternatives Verfahren zur Brustvergrößerung ist die Anwendung eines BRAVA-BH:

ein System, das aus einem Sport-BH mit integrierten Kunststoffschalen besteht. Hat man diesen Sport-BH angelegt, wird über ein Computermodul gesteuert ein Unterdruck erzeugt. Das hat zur Folge, dass sich die Brust dehnt. Die Wirkung basiert also darauf, dass das System den körpereigenen Mechanismus des Gewebewachstums ausnutzt. Durch den angelegten Unterdruck besteht ein kontinuierlicher Sog, der über eine Ödembildung zu einer natürlichen Gewebeexpansion der Brust führt. Das Prinzip der Gewebeexpansion ist schon seit Jahrzehnten bekannt, kam aber bisher nur bei einigen rekonstruktiven Maßnahmen zur Anwendung.

Das Verfahren wird in dieser Art und Weise für die Brustvergrößerung seit rund zehn Jahren eingesetzt. Man startete damit in den USA, seit etwa drei Jahren wird die Technologie auch in Deutschland genutzt. Sollen optimale Ergebnisse erzielt werden, muss der BRAVA-BH täglich für mindestens zehn Stunden getragen werden – und mindestens über einen Zeitraum von 10-12 Wochen. Mit der Methode kann eine Brustvergrößerung von bis zu einer Körbchengröße erzielt werden. Es fehlen allerdings wissenschaftliche Langzeitergebnisse, ob die Vergrößerung dauerhaft anhällt, auch wenn der Spezial-BH nicht mehr getragen wird. Umso wichtiger ist es, die Patientin darüber aufzuklären, dass der langfristige Erfolg keineswegs garantiert werden kann. Gute Erfolge konnten in letzter Zeit mit der Kombination von BRAVA-Methode und Eigenfetttransplantation erzielt werden. Durch die Vordehnung der Brust war es möglich, größere Fettmengen zu transplantieren. Wahrscheinlich führt der geringere Druck auf die Fettzellen dazu, dass Einheilungsraten (Anwachsen der Fettzellen) von rund 80 Prozent erreicht werden konnten. (Anmerkung Dr. Schuhmann: Das Verfahren wird heute nicht mehr angewendet. Stand: 2021)

Artikel Kosmetik International, 09/2011

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